Donnerstag, 5. Februar 2009

Pilgerreise: Die waschen sich, diese Tiere da?

Manche erschauern und werden denken: "Mein Gott, diese Leute sind aber sehr schmuddelig, sie schlafen auf dem Boden und das soll den Ziegenbock schließlich fühlen(riechen)... "Na, das nicht, liebe Leute. Man kann sehr gut tagelang gehen und perfekt sauber sein, einen Brunnen oder einen Bach finden und aus der Tasche das heilbringende Stück Seife nehmen. Sich mit kaltem Wasser zu waschen ist genauso wirksam wie sich mit warmem Wasser zu besprengen. Das dauert nur einfach etwas länger, insbesonder wenn es windig ist empfiehlt es sich, bestimmte empfindlichere Körperteile zur Erhaltung der Rasse zu schonen, da ein zu Eis klirrend kalter Gebirgsbach alles andere als eine Liebkosung ist.
In 73 Reisetagen hat sich kein einziger Abend gefunden, daß ich nicht sauber wie ein Neugeborener in meine Daunen gefallen bin. Ehrlich, ich ziehe es vor, mich am Rande eines Gebirgsbachs, die Füße auf dem Felsen oder im zarten Gras zu waschen. Mir ist es lieber als eine Dusche zu nehmen, die, auf dem Campingplatz von Pins-Les-Dunes sogar warm ist, ich soll dort barfuß auf zweifelhaftem Zement laufen, wo alle benachbarten Camper ihr schmutziges Wasser, ihre Pilze und Bakterien hinterlassen haben
Es ist richtig, dass der Sauberkeitsbegriff nicht wirklich derselbe auf der Tour ist, wenn man als Vergleich die Reklameschilder der Supermärkte oder Werbekataloge "der weiße Riese" in unseren Städten sieht. Wenn ich mich an den Rand einer Böschung setze, lege ich keine Plastiktüte zwischen das Heidekraut und meinen Hintern. Natürlich hat dann der Hosenboden nach einigen Tagen und einigen Pausen eine staubige Farbe. Aber ist er schmutzig? Nein, er ist einfach nur ein sympatisches Höschen geworden, die Hose hat die Farbe der Umwelt angenommen, genau wie eine Pfeife oder Teekanne. Ihr werdet sagen, da ist normal für eine Hose...
Egal, welchen Weg man geht, bläst einem der Wind den Staub ins Gesicht, ohne dass man es merkt. Der erste Brunnen entstaubt das rote Gesicht ein wenig. Aber kann man behaupten, daß man vorher schmutzig war? Ich bevorzuge trotzdem das bißchen Sand des Weges, wenn ich wählen kann. Er ist mir lieber als die schwarze Schicht, die beim Duschen auf meinem Waschhandschuh hängen bleibt, wenn ich tagsüber in Paris zwischen einer Mischung aus Abgasen und Benzin in der Metro gewesen bin.
Vor allem die Bauern verspotten die Leute aus der Stadt: "Das Land, das ist nie schmutzig..." Die Grenze zwischen dem eigenen Selbst und einem schmutzigen Individuum ist doch relativ. Es ist wahr, um selbst sauber zu sein muss ich mit meinen schmutzüberzogenen Schuhen meinen Hintern auf meinen weichgepolsterten Sitz einer monströsen Stahlkarrosse mit 100 PS klettern, dann ist endgültig, ich bin schmutzig.
Ich bin schmutzig, aber ich bin gut. Meine Wanderhose hat seit der Zeit Methusalems keine Bügelfalte mehr, mein Hemd ist nicht mehr in Form, meine Schuhe haben die Farbe der Erde des Weges angenommen und bescheidene Menschen, die ich treffe sehen alle gleich aus.
Ich glaube, dass der wirkliche Unterschied zwischen Reinheit und Schmutz beginnt mit dem Geruch. Man verzeiht leicht Staub und Flecken, aber man aktzeptiert nicht, daß der Andere weniger als andere baden und in seinem Duftgemisch aus Makrelen und Weißwein, Hundekot und verfaulten Eiern schwimmend zu seinem nächsten Nachbarn kommt. Es ist selten, dass so eine Konservation lange dauert. Einfach gesagt, es grenzt an die menschliche Selbstachtung und die Achtung der anderen.
Aber wie macht man eine Seifenlauge oder wie spült man Geschirr auf einer Wandertour? Ich werde den perfekten Camping-Führer nicht neu schreiben, der seit 1936 schon oft neu erschienen ist.
Aber es ist richtig, dass man es oft vergisst oder daran zu erinnern, die Beschreibung dieser mehr oder wengiger interessanten und kleinen kleinen Deteils der Wanderung
So oder so hat jeder Camper seine eigene Art, Prinzipien und universellen Gebote wann zu waschen ist und wann er seine Meinung ändert, ihn umzustimmen wäre nur Verschwendung von Spucke und eine Quälerei der Stimmbänder.
Die Wirklichkeit ist hier also vielfältig: Unsere Großmütter kannten nur ein einziges Reinigungsmittel, vielseitig, biologisch abbaubar und Enzymen aller Kategorien gefüllt. Es handelt sich um die Seife aus guten Stadt Marseille.
Letztendlich wäscht man alles ein bißchen. Die Haut des Wanderers zu waschen ist sehr anständig. Er säubert Hemden, Hosen, Socken so gut und ehrenwert, wenn man weiß, wie man damit die Steine eines Wildbaches frottiert oder am Rand eines Waschplatzes sie ausdrückt. Am besten wäscht er auch die Seife.
Nein, lacht nicht. Versucht nur einmal, bevor ihr eine gut verkrustete Kasserolle in die alles verschlingende Spülmaschine steckt, diese mit warmem Wasser und einem Stück Seife einzureiben. Das Ergebnis ist erstaunlich: Sie glänzt bescheiden, aber sie ist sauber und sie ist nirgends mehr fettig. Jetzt sagt mir, wie gelangt kaltes Wasser in das Geschirr durch den dreckigen Wasserhahn... Also gut, es reicht aus, das Geschirr in das kalte Wasser zu tun um es zu waschen, den Topf auf das Feuer des Camping-Gas-Kochers zu stellen und zehn Minuten zu warten.
Ihr sagt mir, daß es auch andere Pulver und Flüssigkeiten zum Benutzen gibt, die quasi das Kochgeschirr wie einen Spiegel zum Glänzen bringt, und das mit einem Viertel der Hälfte eines Tröpfchens. Das ist die bekannte Behauptung . Zuerst: Ich brauche kein Kochgeschirr als Siegel und offen gesagt, man muß ein bißchen schwachköpfig sein um sich vor einem spiegelnden Kochtopf zu rasieren. Und dann, die Behälter, welche die wunderbaren Inhalte aufbewahren sind die lasterhaften Fallen, normalerweise aus Plastik und sind verschlossen mit einem Propfen oder Deckel.
Und wer hat normalerweise einen Stöpsel im Rucksack? Also gut, meine Freunde, nach zahlreichen Erschütterungen öffnet sich der Feigling oder der gute Plastikbehälter wird beim ersten Stoß ohne vorherige Ankündigung rissig.
Um sicher zu sein unternimmt der Wanderer so oft er kann das Experiment, die Dose oder die Flasche in eine Plastiktüte zu tun um diese dann aufmerksam und aufrecht in das Innere des Rucksacks zu packen. Was glaubt ihr, was würde mit dem Plastiksack und seiner Flasche passieren?
Liebe Leute, sie rutschen, sie schaukeln, sie mischen sich, sie zappeln wie ein Baby in seinem Bett und findet sie immer auf der gegenüber liegenden Seite wieder. Die Flüssigkeit oder das Puder profitiert dann heimtückisch davon und entweicht in die Freiheit, die duftenden Moleküle verbreiten sich überall im Rucksack. Und so findet man seine Nudeln in der Schmierseife badend und seinen Fotoapparat gut mit Scheuerpulver imprägniert.
Dieses Gesetz, auch Gravitation genannt, trifft es übrigens, das heißt die Flüssigkeit. Der Redakteur dieses Phamplets hütet die unauslöschliche Erinnerung von einem Topf Mehl, der die Genaralstabskarte unten in der Tasche meines Rucksacks begattet hat. Versucht es mal, ich spiele die Jury, eine mit Mehl verklebte Karte auseinander zu falten. Das ist die Praxis. Und ich lasse die Finger von dem Zustand, der uns dieses verfluchen läßt: niemals diese pollenartigen Viecher aller Kategorien.
Denn ein Stückchen Seife, das ich in die Seite stecke, bleibt immer dort. Sie läuft nicht aus, sie flieht nicht, ist solide, gut positioniert, unbeweglich wie die rätselhafte Sphinx ein Angriff auf den Schmutz der Welt.
Deshalb nehme ich ein Stück Seife mit, ich bete jeden Tag die Tugenden an und würdige die Weisheit meiner Großmutter.

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